Wundertüte vom Bauernhof

Vor etwa einem Monat habe ich meine Bäuerin gefragt, ob sie mir nicht jeweils freitags, wenn wir uns im Training sehen, etwas Gemüse und ein paar Früchtchen mitbringen würde? Jawohl, das mach‘ ich, meinte sie. Am darauf folgenden Freitag tanzte sie an. Ein kleiner Papiersack voller Gemüse und ein kleiner Berg Früchte. Alles in allem etwa sechs Kilo Frischware direkt ab Garten und Hof. Ich freute mich riesig.

 

Zuhause angekommen, packte ich das Gemüse aus und entdeckte darunter sonderbare Formlinge, die ich noch nie gesehen hatte. Zudem hatte es da Krautstile und, ach, wie heisst das noch mal, die knollenartigen, grünweisslichen Dinger? Egal, jedenfalls Gemüse, das ich nicht sonderbar mag. Musst du ihr sagen, dachte ich mir, musst ihr halt sagen, was du magst und was nicht. Ja aber, meldete sich der neunmalkluge Teil meines Hirns, ist nicht das der Witz der Aktion? Dass ich einfach mal esse, was da ist, was die Natur hergibt? Ja, das ist tatsächlich der Witz. Ich ess‘ nämlich ansonsten immer dasselbe Gemüse, das ich halt besonders mag. Wenn’s ums Essen geht bin ich eh etwas einfältig. Immer muss ich Lust darauf haben und ich mag nicht zu viel Zeit ins Kochen investieren. Das muss ruckruckzackzack gehen. Da bleibt nicht viel Zeit, Neues auszuprobieren. Tja, und jetzt hab‘ ich mich in eine Situation rein manövriert, in der ich eben ausprobieren muss. In der meine Kreativität gefragt ist. Und so sehr ich mich zwischendurch kneifen muss, dieses Gemüse schmackhaft zu zubereiten, so sehr macht es mir auch Freude.

 

Allerdings bin ich ja nicht alleine Zuhause, es gibt da noch meinen Schatz, der fleissig mit isst. Er hat sich schon ein paar Mal an den Kopf gelangt und mir gesagt, ja aber! Du hast doch immer gesagt, du würdest nur essen, worauf du Lust hast, was ist denn das jetzt? Essen wir auf einmal Bohnen gekocht, gebraten, gedünstet, versaladerisiert?! Ja, sagte ich. Das tun wir jetzt. Frau ändert ihre Meinung halt ab und an! Und nach ausschweifenden Erklärungen von wegen abwechslungsreich, gesund und kreativitätsfördernd, verstummte er. Und isst mit.

Tja. Und jetzt muss ich mir überlegen, was ich heute alles einkaufen will, damit ich mein Gemüse, das seit gestern meine Gemüseschublade im Kühlschrank füllt, mein Gemüse im Körbli auf der Ablage und meinen Früchteberg in der Früchteschale optimal und fein verarbeiten kann.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Britta (Mittwoch, 09 Oktober 2013 20:23)

    Leckeres Obst vom Bauern ist immer eine tolle Sache. Gesünder geht es gar nicht mehr.